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Aktionspapier NanoBioMedizin 2020 veröffentlicht

Um die Erforschung, Entwicklung und Markteinführung von Advanced Materials und speziell Nanomaterialien in Deutschland kompetitiv zu gewährleisten, nennt und definiert das Aktionspapier NanoBioMedizin 2020 die wesentlichen Herausforderungen, Themenfelder mit hohem Bedarf an Forschung und Entwicklung sowie wichtige Handlungsbereiche zur Verbesserung der Patientenversorgung.
»Dazu gehören in der Diagnostik beispielsweise die Prävention und Früherkennung von Krankheiten, was durch die Erforschung neuer Biomarker und sensiblerer Sensorsysteme erreicht werden kann, wie Lab-on-a-Chip Systeme, die aber robust, preiswert und standardisierbar werden müssen. Ein weiterhin sehr wichtiges Handlungsfeld ist die Translation und somit die Überführung von Forschungsergebnissen in die praktische Anwendung, für die es einer besseren Ausbildung von Fachkräften, neuer Förder- und Finanzmodelle sowie einer harmonisierten europäischen Regulation bedarf.« erklärt Dr. Nils Bohmer, Projekt Manager Forschungs- und Projektkoordination DECHEMA e.V.

Prognosen des Instituts für Gesundheitsforschung (IGSF) sagen einen stetigen Anstieg der jährlichen Neuerkrankungen von kardiovaskulären Erkrankungen, altersbedingter Diabetes mellitus, Osteoporose, Arthrose, Tumoren, Schlaganfällen und Demenz voraus. Diese Krankheiten schneller zu erkennen und effektiver zu therapieren, sollte zu den vordringlichen medizinischen und gesellschaftlichen Zielen gehören. Die NanoBioMedizin hilft dabei, die bei verschiedenen Krankheiten bestehenden konkreten klinischen Herausforderungen zu identifizieren, und zeigt auf, wie diese durch nanobiomedizinische Innovationen in der Diagnostik, Therapie oder regenerativen Medizin gelöst werden können und welche wichtigen Handlungsfelder dafür bestehen.

Das Aktionspapier liefert eine detaillierte Analyse der Bedingungen für die Translation entsprechender Forschungsergebnisse sowie Handlungsempfehlungen für die Optimierung von Forschung und Entwicklung. Desweiteren beschäftigt sich das Papier mit klinischen Fragestellungen und nanobiomedizinischen Forschungsansätzen, darin ganz besonders mit in In-vivo- und In-vitro-Diagnostik. Da auch die gesellschaftlichen und ökonomischen Herausforderungen nicht außer Acht gelassen werden sollten, widmen sich die fachkundigen Autoren aus über 15 Forschungseinrichtungen, Pharmaunternehmen und Kliniken, im Kapitel »Vision 2050 und sozioökonomische Auswirkungen« auch dieser Problematik und zeigen auf, dass Themen wie das Arzt-Patientenverhältnis der Zukunft oder auch neue Berechnungsmodelle für die Anpassung der Vergütungssysteme für ihre Forschung relevant sein werden.

Ziele sind weiterhin, neue interdisziplinäre Forschungs-, Ausbildungs- und Translationsstrukturen zu schaffen, die Wissenschaftler, Technologen, Kliniker und KMUs einbinden und effektiv mit größeren Industrieunternehmen und Zulassungsbehörden vernetzen. Insgesamt ist das Ziel, vollständige nanobiomedizinische Wertschöpfungsketten in Deutschland zu etablieren, um damit die wirtschaftliche Nutzung der NanoBioMedizin in Deutschland langfristig zu ermöglichen.

Das Aktionspapier 2020 ist eine weiterentwickelte Fassung des Papieres von 2015.Die Deutsche Plattform NanoBioMedizin wurde 2015 von Vertretern aus Forschungseinrichtungen, Industrie und Behörden gegründet. Ziel der Initiative ist, Ergebnisse der nanobiotechnologischen Forschung schneller und effektiver zum Patienten zu bringen und Deutschland wissenschaftlich und wirtschaftlich für den globalen Wettbewerb in der Zukunftstechnologie NanoBioMedizin fit zu machen.

Quelle: Presseinformation DECHMA vom 02.12.2020


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