News around the biocity campus

Personalisierte 3D-Implantate

Um Knochendefekte bei Diabetespatienten zu behandeln, arbeitet BellaSeno GmbH mit der Charité an 3D-gedruckten, resorbierbaren Implantaten im Rahmen des SyMBoD-Konsortiums.

Das SyMBoD-Konsortium ist ein interdisziplinäres Projekt bestehend aus vier Universitäten und einem Industriepartner und widmet sich der Entwicklung neuartiger, personalisierter Behandlungen für die endogene Knochenregeneration bei Patienten mit Diabetes. Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und geleitet von der Charité Berlin. Weitere Partner sind die Universität Freiburg, das Fraunhofer IZI, die Technische Universität München und die Genvention GmbH. SymBoD ist Teil der BMBF-Initiative „e:Med“, die verschiedene Konsortien der Systemmedizin mit einem Gesamtbudget von 200 Mio. Euro über einen Zeitraum von acht Jahren unterstützt.

In diesem Rahmen sollen resorbierbare Implantate für die personalisierte Behandlung von Knochendefekten bei Patienten mit Diabetes entwickelt werden. Das Unternehmen BellaSeno GmbH ist ein Unternehmen mit Expertise im Bereich der additiven Fertigung von resorbierbaren Gerüsten und innerhalb des Projektes für die ISO 13485-konforme Herstellung von medizinischen Gerüsten verantwortlich. Zusammen mit der Charité Universitätsmedizin soll die Blutversorgung sowie die Regeneration von hartnäckigen Knochendefekten durch 3D-gedruckte Gerüste wiederhergestellt werden, die mechanisch und biologisch optimiert wurden.

„3D-gedruckte Gerüste, die mechanisch und biologisch optimiert wurden, können die Knochenregeneration verbessern“, sagt Navid Khani, der die Abteilung für Forschung und Entwicklung bei BellaSeno leitet. „Unsere maßgefertigte Hochgeschwindigkeits-Additive-Fertigungsplattform ist sehr präzise, erzeugt hoch reproduzierbare Strukturen und wurde nach der ISO-Norm 13485 zertifiziert, so dass wir sehr gut positioniert sind, um hochmoderne Gerüste in medizinischer Qualität für eine Vielzahl von Anwendungen herzustellen“, sagt  Su Ping Patrina Pohof vom Julius Wolff Institut für Biomechanik und Muskuloskeletale Regeneration der Charité. Man habe BellaSeno als Partner gewählt, weil das Team über  hohe Expertise im Bereich der additiven Herstellung von porösen Strukturen mit extrem kleinen Merkmalen verfüge, wie sie für die geplante Anwendung erforderlich sei. „Diese strategische Einbeziehung von BellaSeno wird auch durch die Tatsache vorangetrieben, dass sie unseres Wissens das einzige Unternehmen in Deutschland sind, das in der Lage ist, die gesamte Prozesskette des Additiven Designs und der Herstellung mit ISO-13485-zertifizierten Prozessen durchzuführen.“ Dies wiederum sei eine wichtige Voraussetzung für eine spätere Anwendung in der klinischen Praxis.

Das Besondere am Verfahren von BellaSeno ist die sehr hochauflösende gitterbasierte Struktur, die mittels Schmelzextrusionstechnologie 3D-gedruckte resorbierbare Implantate reproduzierbar und mit einer erforderlichen Einheitszellgröße von weniger als 3 mm herstellen kann. Unter Verwendung der kundenspezifischen Yasham-Plattform kann BellaSenoc reproduzierbare und routinemäßige Gerüste mit Zellgrößen von bis zu 1 mm durch additive Fertigungsverfahren herstellen.

Die BellaSeno GmbH wurde 2015 gegründet und befindet sich auf dem BioCity-Campus in Leipzig. Das Unternehmen hat erhebliche finanzielle Unterstützung von privaten Investoren sowie von der Saxony Development Bank (SAB) und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) erhalten. Die Gesellschaft wird dabei aus Steuermitteln kofinanziert, die auf dem von den Mitgliedern des sächsischen Landtags verabschiedeten Budget basieren. Zuletzt hatte das Unternehmen verkündet, das Firmengründer und CTO Mohit Chhaya seit Anfang April auch die Rolle des CEOs übernommen hat. Diese Position lag zuvor bei Simon Champ, der in den Aufsichtsrat gewechselt ist.

Quelle: Presseartikel medtech zwo vom 29.04.2020


Previous News

Stammzellen aus Nabelschnurgewebe: Studien erforschen Wirksamkeit bei Corona-Lungenentzündung

Nach Heilung von Chinesin laufen weltweit Patientenstudien / Stammzellen aus Nabelschnurgewebe könnten schwere Verläufe von COVID-19 verhindern / Forscher: Schnell umsetzbare Option

Next News

Erreger des Q-Fiebers im Kot von Zecken nachgewiesen

Forschende vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI konnten nachweisen, dass Zecken den Erreger des Q-Fiebers übertragen. Dabei spielt vor allem der Zeckenkot eine Rolle, in dem die Bakterien in hohen Konzentrationen zu finden sind.