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Stammzellen aus Nabelschnurgewebe: Studien erforschen Wirksamkeit bei Corona-Lungenentzündung

Nach Heilung von Chinesin laufen weltweit Patientenstudien / Stammzellen aus Nabelschnurgewebe könnten schwere Verläufe von COVID-19 verhindern / Forscher: Schnell umsetzbare Option

US-amerikanische Forscher, unter anderem von der renommierten Harvard Medical School, fassten kürzlich die Eignung von Stammzellen aus Nabelschnurgewebe zur Behandlung von COVID-19-Lungenentzündungen in einem Fachartikel zusammen. Auf Grundlage bisheriger Erkenntnisse erscheine die Anwendung der Stammzellen sicher und wirksam. Gerade für schwere COVID-19-Verläufe seien die Stammzellen eine schnell umsetzbare Option.

In China war es bereits gelungen, eine schwere COVID-19-Lungenentzündung bei einer Patientin mit Hilfe von Stammzellen aus dem Nabelschnurgewebe zu heilen. Mehrere Ärzteteams auf der ganzen Welt untersuchen nun in verschiedenen Patientenstudien die Sicherheit und Wirksamkeit des neuen Behandlungsansatzes. Ihre Hoffnung: Aus den Stammzellen der Nabelschnur, die ein Kind nach seiner Geburt nicht länger benötigt, könnte eine Möglichkeit zur Behandlung schwerer Erkrankungen entwickelt werden.

Es sind vor allem die besonderen Eigenschaften, die die Stammzellen aus dem Nabelschnurgewebe so vielversprechend erscheinen lassen. So erkennen die Stammzellen im menschlichen Körper Entzündungsherde und wandern über die Blutbahnen gezielt zu ihnen. Dort setzen sie verschiedene Signalmoleküle frei, die Regenerationsprozesse anstoßen. Auf diese Weise wirken die Stammzellen unter anderem immun-regulierend, das bedeutet, sie dämpfen heftige Immunreaktionen, wie sie beispielsweise auch bei schweren Verläufen von COVID-19 auftreten.

Inwieweit sich diese positiven Eigenschaften für einen breiten Therapieeinsatz eignen, wollen die Ärzte nun mithilfe von Patienten-Studien herausfinden. So nimmt beispielsweise eine chinesische Patienten-Studie die Unbedenklichkeit der Stammzellen bei der Behandlung von COVID-19 genauer unter die Lupe. Mit ersten Ergebnissen wird im Dezember 2020 gerechnet.

In Frankreich untersuchen Ärzte neben der Unbedenklichkeit auch ganz gezielt die Wirksamkeit der Stammzellen. Dazu werden schwerkranke COVID-19-Patienten, die auf eine künstliche Beatmung angewiesen sind, nach dem Zufallsprinzip zwei Behandlungsgruppen zugeordnet. Sie erhalten dann zusätzlich zur intensivmedizinischen Behandlung entweder die Stammzellen aus Nabelschnurgewebe als Infusion oder eine Placebo-Lösung. Bei Studienende werden beide Gruppen dann verglichen. Die Ärzte gehen davon aus, dass konkrete Aussagen zur Wirksamkeit im Mai des kommenden Jahres getroffen werden können.

„Die jetzt gestarteten Studien sind sehr vielversprechend und ein sehr wichtiger Schritt, um die therapeutischen Einsatzmöglichkeiten von Stammzellen aus Nabelschnurgewebe nach den ersten Erfolgen weiter zu verifizieren“, kommentiert Dr. Wolfgang Knirsch, Vorstand von Vita 34. Er erläutert: „Je schneller eine breite Datenlage zur Wirksamkeit von Stammzellen aus Nabelschnurgewebe bei schweren COVID-19-Verläufen zur Verfügung steht, desto zielgerichteter kann das medizinische Potenzial genutzt werden, um Patienten zu behandeln.“

Die angenommene Wirkung der Stammzellen ist dabei nicht auf ein bestimmtes Virus begrenzt, sondern generell auf den Verlauf der schweren Lungenentzündung ausgerichtet. Auch unabhängig von COVID-19-Infektionen sterben in Deutschland jedes Jahr bis zu 20.000 Personen an einer Lungenentzündung.

Quelle: Pressemitteilung der Vita 34 AG vom 05.05.2020


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